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Statussymbol Gefängnis: Warum ein schicker Sportwagen nicht immer Freiheit bedeutet

Die Haare fliegen im Sommerwind, die Sonne bräunt den lässig abgelegten Arm und das kraftvolle Brummen des Motors erfüllt die ganze Landstraße. Hach, gerade jetzt im Sommer ist Cabrio fahren herrlich! An den ersten warmen Tagen mit dem Sportwagen durch die Gegend zu fahren ist ein tolles Gefühl – der Inbegriff von Freiheit, oder?

Genau so habe ich früher auch gedacht, als ich noch meinen Luxuswagen besaß. Dann aber habe ich genauer über diese vermeintliche Freiheit nachgedacht. Mit einer ganz einfachen Rechnung wurde mir klar, warum ein teurer Zweitwagen für mich heute nicht mehr infrage kommt. Vielleicht geht es euch ähnlich …

Ganz schön teuer

Ich wette, ihr wisst nicht, wie lange ihr für euer Auto arbeitet? Klar, ihr flucht bestimmt ab und zu beim Bezahlen der Tankrechnung. Oder wenn die Versicherung fällig wird. Oder ein Werkstattbesuch ansteht. Aber wer rechnet das alles schon wirklich zusammen? Das solltet ihr aber unbedingt mal machen: Zählt alle Ausgaben zusammen und stellt sie eurem Einkommen gegenüber. Und? Wie lange arbeitet ihr im Monat für den Unterhalt eures Autos?

Zweieinhalb Wochen pro Monat! Das kam bei mir raus! Dieses Ergebnis hat mir die Augen geöffnet: Kurz danach habe ich meinen teuren Zweitwagen abgeschafft.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin ein totaler Autonarr und dies ist kein Plädoyer dafür, dass ihr euch kein teures Auto kaufen sollet. Ich möchte euch nur vor Augen führen, wie viel Zeit ihr damit verbringt, für euer Auto zu arbeiten. 

Ganz schön mobil

Na klar: Es ist wichtig, mobil zu sein. Freiheit ohne Mobilität ist für mich auch nicht vorstellbar. Aber das heißt nichts anderes, als bei Bedarf von A nach B zu kommen. Und dafür braucht ihr keinen Neuwagen! Ein Gebrauchtwagen, ein Mietwagen, ein Taxi, eine Zugverbindung, eine Mitfahrgelegenheit oder manchmal auch ein strammer Fußmarsch leisten das ebenso. Bei Anrechnung aller Kosten sind die Alternativen zum Sportwagen wesentlich günstiger. 

Das Gefühl von Freiheit ist ganz schön teuer! Das Paradoxe daran ist: Dieses Freiheitsgefühl zahlt ihr mit jeder Menge Abhängigkeiten und Verpflichtungen. Dafür müsst ihr einen Teil eurer Arbeitszeit aufwenden. Zeit, die ihr auch anders nutzen könntet. 

Ganz schön luxuriös

Interessant ist auch, wie wir über den Autokauf – immerhin im Durchschnitt die zweitgrößte Ausgabe im Leben eines Deutschen – sprechen. Berichtet jemand von dem Kauf eines PKW, fällt meistens früher oder später das Wort „Investition“. Aber die Anschaffung eines Neuwagens bedeutet in den allermeisten Fällen eben keine Investition – dann würdet ihr nämlich über kurz oder lang durch den fahrbaren Untersatz Gewinn erzielen. Macht ihr aber nicht. Im Gegenteil: Das Auto verliert an Wert!

Wenn ihr das Auto privat verwendet, um zum Beispiel in die Berge zu fahren, eure Kinder in die Schule zu bringen oder zu Tante Friedl zu fahren, dann ist dieses Auto eine reine Konsumausgabe. Es ist wie der Kauf von schöner Kleidung, besseren Lebensmitteln, Kosmetika etc. Es ist purer Luxus. 

Und das ist auch ok. Aber wenn euch die ganzen Kosten rund um das Auto belasten, dann solltet ihr euch nach einer Alternative umschauen.

Deswegen wägt der Zeitmillionär das sehr nüchtern ab: Und wenn er zu dem Ergebnis kommt, dass der finanzielle und damit zeitliche Freiheitsverlust überwiegt, dann entscheidet er sich gegen das Auto – und für die Freiheit!

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