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Reset your life

Die Arbeit wächst euch über den Kopf, der Partner und die Kinder verlangen nach mehr Aufmerksamkeit und ihr wisst schon gar nicht mehr, wie eure Freunde aussehen – so sieht bei vielen das Leben aus, wenn sie neben dem Familienleben auch noch Karriere machen wollen. Glücklich macht das nur die Wenigsten. Wie wäre es denn dann mit einem Reset?

Weg mit den Altlasten

Den Reset-Knopf kennt ihr aus eurem Alltag: Von eurem Computer, eurem Handy und X anderen elektronischen Geräten. Er ist die Rettung, wenn klar ist, dass das Ding nicht mehr so läuft, wie es soll und sich auch nicht mehr durch die üblichen Korrekturen retten lässt. Einfach nur das Programm schließen reicht nicht.
Was passiert, wenn ihr einen Reset macht? Euer Gerät wird auf einen – wie die Techniker sagen – definierten Anfangszustand zurückgesetzt. Das heißt, die Altlasten, die den Arbeitsspeicher beschweren, werden entsorgt, die laufenden Prozesse werden abgebrochen, der Kasten fährt runter. Dann bootet sich das System neu und läuft wieder.
Und genau das macht der Zeitmillionär auch.

Einmal Abbruch, bitte!

Den Reset-Knopf gibt es nämlich auch im Leben. Er heißt da nur anders. Und wird seltener gedrückt. Gängige Bezeichnungen für ihn sind „Abbruch“ oder „den Stecker ziehen“. Auf diesen Knopf zu drücken bedeutet, etwas zu beenden, das ihr begonnen habt, aber aus guten Gründen nicht zu Ende führen wollt. Das Problem ist: Wer in einer unbefriedigenden Situation steckt, findet den Reset-Knopf oft nicht. Und je länger der Prozess dauert, je mehr ihr investiert habt – Zeit, Geld oder Energie –, desto schwerer ist es, sich für einen Abbruch zu entscheiden. Denn wenn ihr vor der Entscheidung für oder gegen einen Abbruch steht, heißt das, dass ihr den richtigen Augenblick für eine erfolgreiche Weichenstellung des Businesses, Projekts oder der Beziehung bereits verpasst habt. Die ist nämlich nur dann erfolgt, wenn ihr in eine Sache eingestiegen seid, die sich für euch lohnt. Lohnen tut sie sich dann, wenn sich die Investitionen, die ihr macht, sich irgendwann für euch auszahlen.
Bei einem Abbruch dagegen müssen ihr bereit sein, eure Investitionen in den Wind zu schreiben: Das sind eure Abbruchkosten.

Zögern gilt nicht

Ja, ein Abbruch ist immer mit Kosten verbunden. Das ist unvermeidlich. Ihr habt mit etwas angefangen, also habt ihr investiert. Ihr habt etwas hineingesteckt, in der Erwartung, dass ihr über kurz oder lang etwas dafür bekommt. Was auch immer ihr investiert habt: Der drohende Verlust durch einen Abbruch lässt euch zumindest zögern. Aber ist es wirklich nur die Angst vor den Abbruchkosten, die uns von einem Reset abschreckt?
Nein, da schwingt noch mehr mit. Wenn ich mich selbst und die Menschen in meinem Umfeld beobachte, sehe ich, dass zu dieser Angst noch zwei weitere Hindernisse mit hinzukommen: Das ist zum einen der unbewusste Widerwillen, sich Fehler einzugestehen und zum anderen gibt es einen menschlichen Hang zur Bequemlichkeit. Doch egal aus welchem Grund ihr den Abbruch immer weiter hinausschiebt: Das Zögern macht die Sache nie besser. Im Gegenteil: Die Abbruchkosten werden nämlich immer höher, je länger ihr damit wartet. Denn während ihr wartet, investiert ihr automatisch in euer Vorhaben weiter. Jeder weitere Tag kommt für euch teurer und teurer.

Es macht Sinn

Und doch lohnt sich ein Abbruch immer! Das ist die gute Nachricht: Es ist tatsächlich nie zu spät für den Reset-Knopf. Klar: Je früher ihr ihn drückt, desto günstiger kommt ihr weg. Aber zu spät ist es nie. Dennoch sage ich nochmal ganz deutlich: Abbruchkosten sind nie, nie zu hoch. Denn sie sind im Verhältnis zu dem, was es euch kostet, wenn ihr eine ungesunde Beziehung oder ein unrentables Business künstlich am Leben erhaltet, immer klein. Es lohnt sich also zu jeder Zeit in den sauren Apfel zu beißen und zur Not einen Schlussstrich unter diesen Lebensabschnitt zu ziehen. Schließlich ist das auch wieder der Beginn von etwas Neuem.

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