Jochen Mulfinger, Zeitmillionär, Auszeit, Abstand, Zeit, Wellness, Auszeit

Mein Tipp: Neue Tapete, neue Lösung – nicht nur für Handwerker

Ich habe mir immer und immer wieder den Kopf zerbrochen über eine Immobilienangelegenheit, zu der mir einfach keine Lösung einfallen wollte. Einige Zeit später chille ich in meinem Mallorcaurlaub gerade in der Hängematte, lese ein Buch und habe plötzlich eine geniale Lösung für mein Problem! Mir kam die beste Idee seit langem, die mir gleichzeitig mehr Geld und mehr Leistung bringt – obwohl ich gar nicht an mein Problem dachte.

Warum ist das so? Gerade im Urlaub wollen wir doch weder an Arbeit noch an unsere Probleme denken – und genau das ist der casus knacksus.

Es gibt sicher viele Dinge, die in eurem Alltag zu kurz kommen. Manches davon ist vielleicht weniger dramatisch und fehlt euch kaum. Was aber tatsächlich dramatisch ist und euch im schlimmsten Fall gar nicht auffällt: Euch fehlt der Abstand! Nicht nur euch – uns allen fehlt im Alltag leider viel zu oft der nötige Abstand, die nötige Auszeit, die wir brauchen, um Dinge klarer zu sehen, Situationen klarer zu bewerten und Lösungen zu finden.

Warum sieht das Gras in der Ferne immer grüner aus?

Ich treffe so oft Menschen, die vom Regenbogen hinterm Horizont träumen. Da höre ich Sätze wie „Wenn ich damit fertig bin, dann …“  oder „Wenn ich erstmal in Rente bin, dann …“ So unterschiedlich die Menschen und ihre Wünsche sind – eines haben sie alle gemeinsam: Sie träumen von Dingen, die nicht ihrem Status Quo entsprechen. Öfters mal eine Auszeit, mehr Unabhängigkeit, mehr Geld …

Ich kann über solche Aussagen nur schmunzeln, denn sie erinnern mich an mein früheres Ich. An die Zeit, in der ich noch vom Müssen getrieben war, festgebunden im Hamsterrad, ohne Mut mir eine Auszeit zu nehmen.

Euer Hamsterrad ist euer Gedankenknast

Durch das Strampeln im Hamsterrad habt ihr kaum Zeit, euch Gedanken zu machen. Klar, erst schuftet ihr den ganzen Tag bei der Arbeit, dann beansprucht euch die Familie. Wo bleibt da die Auszeit, um eine meditative Stimmung mit problemlösenden, weiterbringenden Gedanken zu schaffen? Oder aber ihr macht euch ununterbrochen Gedanken, handelt dann aber doch nicht. Ich glaube, jeder Mensch merkt unterbewusst, wenn er nicht mehr bei sich selbst ist, nicht mehr das tut, was ihn glücklich macht und ihm wichtig ist.

Der Grund dafür: Ihr habt euch im Hamsterrad schon wohnlich eingerichtet.

Ich weiß nicht, ob es der Dalai Lama war oder ein anderer weiser Mann, der schon wusste: „Je weiter du von zuhause weg bist, umso näher bist du bei dir selbst.“ Er hat Recht!

Um das Problem herum

Denkt doch mal daran, wie ihr euch im Urlaub fühlt, wenn ihr eine Auszeit habt. Da seid ihr frei, habt weniger Last, seid entspannt, könnt loslassen. Und: Ihr habt Abstand. Das ist der wesentliche Punkt. Denn mit etwas Abstand erkennt ihr das Warum und seht eure Ziele wieder klarer. Es hilft ungemein, bei Problemen von außen auf die Situation zu schauen und um das Problem herumzulaufen. So seht ihr die Dinge viel klarer, als wenn ihr euch mit einem Tunnelblick ständig das Hirn zermartert. Wenn ich eine Auszeit mache, treffe ich manchmal an einem Tag mehr gute Entscheidungen als in einer Woche im Büro.

Das stört mich auch an langen Gremiensitzungen. Alle denken angestrengt nach, werden träge. Plötzlich ist die Deadline da und es wird hopplahopp eine „Unter-Druck-mit-Tunnelblick-Last-Chance“-Entscheidung gefällt, die sich schon des Öfteren als folgenschwerer Fehler erwiesen hat. In solch einer Situation täte eine Auszeit oder ein Szenenwechsel gut.

Hinterm Horizont gibt’s Lösungen

Es muss nicht immer eine mehrtägige Auszeit sein. Auch ein einfacher Szenenwechsel hat den Vorteil, dass ihr euch nicht verkrampft Gedanken macht, aber oftmals trotzdem eine Idee bekommt. Mir kommen beispielsweise beim Duschen oftmals zündende Ideen. Obwohl ich ganz sicher nicht dusche, um über meine Probleme nachzudenken… Ihr könnt also auch ohne Strandurlaub euren Horizont erweitern, wegkommen vom Müssen, einen klaren Blick bekommen. Eine kleine Auszeit in Form eines Spaziergangs durch den Wald oder am See entlang, ein Tag raus aus der Stadt, raus aus dem Tunnel – das kann schon ausreichen. Wenn nötig, nehmt euch auch bei der Arbeit mal ein bis zwei Stunden raus, bummelt durch die Stadt oder durch die Natur. Traut euch, ihr dürft euch das zugestehen!

Schließlich ist das der erste Schritt weg vom Müssen, hin zu meinem Motto „Ich kann – muss aber nicht.“ Und das ist wohl das beste Argument, Zeitmillionär zu werden.

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